Geballte Feuerkraft

Man kann die Artillerie wohl als das schwergewichtigste Element des Bundesheeres bezeichnen. Bei dieser Waffengattung handelt es sich in erster Linie um eine Unterstützungstruppe. Ihre Aufgabe besteht darin, den Einsatz der Kampftruppen mit weitreichendem Geschützfeuer - auf eine Entfernung bis zu 30 Kilometern - zu unterstützen.

Wenn ein Kampfgebiet besonders bedroht ist, wenn ein Angriff abgewehrt werden soll oder wenn die eigenen Kräfte angreifen, dann greift auch die Artillerie mit ihren Geschützen ein. Dafür stehen ihr beispielsweise die modernen Artillerielhaubitzen M109 zur Verfügung. Teile der Artillerie befinden sich allerdings auch an vorderster Linie, nämlich die Beobachtungstrupps. Diese melden Ziele, übermitteln Feueranforderungen, beobachten die Trefferlage und geben, falls erforderlich, mittels Funk- oder Fernsprechverbindung Korrekturen bekannt. Diese Informationen wiederum werden von der Rechenstelle in Feuerkommandos umgesetzt und an die Geschütze weitergegeben.

Unsere Artillerie verfügt über eine moderne technische Ausrüstung - wie elektronische Feuerleitsysteme, Laser-Entfernungsmesser, und Navigations- und Richtanlagen.

Auch bei der Ausbildung wird auf zeitgerechte Technik nicht verzichtet. Neben der praktischen Unterweisung können die Rekruten Schießtechnik und Feuerleitung an Simulatoren erlernen und vertiefen. Diese "Artillerielehrsaalanlagen", so die offizielle Bezeichnung, ermöglichen es, einen realistischen Gefechtsablauf in jedem gewünschten Gelände darzustellen

Da die Artillerie ihre Aufgaben in fast allen Bereichen mittels elektronischer Geräte erfüllt, sind besonders Soldaten mit technischer Ausbildung und Kenntnissen in Datenverarbeitung erwünscht. Wer Fahrer einer Panzerhaubitze werden will, für den sind nicht nur hohes Verantwortungsbewußtsein, sondern auch der Zivilführerschein "B" oder "C" Voraussetzung. In der Folge wird schließlich der Panzerführerschein als zivile Lenkerberechtigung der Gruppe "G" anerkannt.

Deine Ausbildung
Alle Soldaten der Artillerie absolvieren in den ersten sechs bis acht Wochen die "Allgemeine Basisausbildung". Dabei sind die wichtigsten Ausbildungsthemen:

* Allgemeiner Gefechtsdienst
* Waffen- und Schießdienst
* Körpergrundausbildung
* Exerzierdienst
* Selbst- und Kameradenhilfe

Daran schließt die fachspezifische Waffen- und Einsatzausbildung an.

Verwendungen bei der Artillerie


* Geschützkanonier:
in dieser Funktion ist der Soldat für den raschen Stellungsbezug, das Herstellen der Gefechtsbereitschaft, die Messung der Anfangsgeschwindigkeit der Granate sowie die Vorbereitung der Munition verantwortlich. Du mußt auch imstande sein, eine 43 Kilo schwere Granate handzuhaben, verantwortlich. Rasches und präzises Arbeiten sind dafür erforderlich.
* Fahrer der Panzerhaubitze M 109
* Vermesser:
erkundet Feuerstellungen und Verfügungsräume und vermißt den Platz der einzelnen Geschütze. Dazu sind Kenntnisse im Vermessungswesen, mathematisches Verständnis wie auch die Fähigkeit zu raschem und präzisem Arbeiten gefragt.
* Wetterdienstgehilfe:
schafft durch die Messung der meteorologischen Verhältnisse einen Teil der Voraussetzungen für eine genaue Lage des Artilleriefeuers. Ein gutes Auge, graphisches Verständnis sowie Konzentrationsvermögen sind besondere Merkmale, die ein Wetterdienstgehilfe mitbringen muß.
* Rechner:
setzt die Feueranforderungen und Korrekturen in Feuerkommandos um, nach denen die Geschütze gerichtet werden. Der Dienst in der Rechenstelle verlangt nach Männern, die auch unter erhöhtem Streß in der Lage sind, ihre Arbeit rasch und mit größter Genauigkeit zu erledigen. Von ihnen hängen zu einem Großteil die Wirkung und der Erfolg der Artillerie ab.
* Beobachter:
ist an der vordersten Linie, veranlaßt Feuerunterstützung der Kampftruppe, beobachtet Gefechtsfeld und Treffer. Rasche Auffassungsgabe, Reaktionsfähigkeit und Ausdauer zeichnen ihn aus.